Die „Ärztinnen und Ärzte in sozialer Verantwortung“, eine Gruppierung beim 129. Deutschen Ärztetag in Leipzig, weist auf die weiter zunehmende gesundheitliche Gefährdung durch die Folgen des Klimawandels hin.
Der Klimawandel ist deutlich zu spüren: Das Jahr 2024 war in Deutschland das wärmste Jahr seit Beginn der Klimaaufzeichnungen. Dies hat nicht nur unmittelbare Folgen für die Umwelt, wie die Zunahme von Extremwettern und die aktuell ausgeprägte Dürre zeigen.
„Die Erderwärmung durch den zivilisationsbedingten CO₂-Anstieg führt dabei nicht nur zu einer Erhöhung der Sterblichkeit“, wie Dr. Robin Maitra, Abgeordneter beim Deutschen Ärztetag und Mitglied des Ausschusses Klimawandel und Gesundheit der Bundesärztekammer weiß. „Vielmehr kommt es durch die Hitze auch zu einem Anstieg vieler anderer Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Nieren- und psychische Erkrankungen.“
Der Berliner Abgeordnete Julian Veelken, weist darauf hin, dass die Ärzteschaft 2021 mit einem eigenen Ärztetag unter dem Titel „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“ auf die Chancen durch die Abmilderung der Folgen des Klimawandels hingewiesen hat. „Trotz der gegenwärtig nur geringen Thematisierung des Klimawandels in der Politik wird“, so Veelken, „die zukünftige Medizin gar keine andere Wahl haben, also sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen.“
Aus diesem Grunde wird die Gruppe mehrere Resolutionen beim Deutschen Ärztetag zur Abstimmung bringen. Neben Forderungen nach Maßnahmen zur Förderung der Resilienz wie auch der Verminderung des CO2-Ausstoßes befassen sich die Delegierten mit klimaverursachten Gefahren für Sicherheit und Gesundheit durch zunehmende Krankheitslast und Extremwetterereignisse, hitzebedingte Produktivitätsverluste, neue Pandemien, Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit sowie Konflikten um knapper werdende Ressourcen und fordern die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln auf, wie die Abgeordnete Katharina Thiede aus Berlin ausführt.
Um auf die gesundheitlichen Gefahren des Klimawandels hinzuweisen, werden die Abgeordneten der Gruppe bei der Eröffnungsveranstaltung des Ärztetages am 27. Mai von 9 bis 13 Uhr vor der Leipziger Stadt- und Pfarrkirche St. Nikolai eine Klima-Mahnwache abhalten. An der sich neben weiteren Gruppierungen (Fridays for Future, Omas for Future, Psychologists for Future, BUND) auch die sächsische Staatsministerin für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt beteiligen will.
Die Leipziger Ärztin Melanie Gerhards, eine Sprecherin der lokalen Health for Future Gruppe, hat die Mahnwache organisiert und wünscht sich eine verstärkte Wahrnehmung des Themas in Politik und Gesellschaft. Dabei ist Melanie Gerhards sich sicher: „Noch haben wir gute Chancen, die Folgen des Klimawandels abzumildern, die uns und unseren Planeten gefährden.“
Für Rückfragen: Dr. Katja Kühn; presse@healthforfuture.de

