Projekte

Hier berichten einzelne Health For Future Aktive in Form von Testimonials von ihren Projekten, Arbeitsgruppen oder Aktionen:

ZERO-EMISSION-HEALTH

Klimamanagerin des Gemeinschaftskrankenhaus Havelhöhe, H4F Havelhöhe

Ich habe elf Jahre lang in einem großen Recycling-Unternehmen gearbeitet. Dadurch geprägt, aber insbesondere seit der Geburt meiner Kinder und durch den Wunsch, meinen Kindern einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen, habe ich mich immer mehr mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit auseinandergesetzt.

Unsere Gruppe in Havelhöhe besteht aus Ärzt:innen, Pflegepersonal, Verwaltungsmitarbeiter:innen, Mitarbeiter:innen aus der Öffentlichkeitsarbeit. Wir möchten spätestens bis zum Jahr 2030 ein emissionsfreies Krankenhaus sein. Die Installation großflächiger Photovoltaik-Anlagen ist momentan unser primäres Ziel, dazu haben wir bereits mit Politiker:innen und dem angrenzenden Bundeswehr-Gelände Kontakt aufgenommen. Unsere eigenen Flächen würden nur einen kleinen Teil abdecken. Uns ist aber wichtig, die Region mit einzubeziehen und im Idealfall auch einen Mehrwert für die Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung zu schaffen.

Neben der Vermeidung unserer eigens erzeugten Emissionen, möchten wir deshalb unseren Einkauf, die Mobilität der Mitarbeiter:innen und viele weitere Punkte angehen um einen größtmöglichen Erfolg zu erreichen. All unsere Projekte sind hier zu finden.

Arzt in Weiterbildung für Innere Medizin, H4F Jena, AG Divestment

Mein Health For Future-Thema ist „Divestment“. Wir Ärzt:innen zahlen viel Geld in die Ärzteversorgung ein, die uns davon später einmal unsere Rente auszahlen wird. Da kommt eine enorme Summe zusammen. Allein die Ärzteversorgung Thüringen verwaltet über 2 Mrd. € der 14.000 Ärzt:innen des Landes.

Mittlerweile wissen wir, dass die Steuerung von Kapitalanlagen – das sogenannte Divestment – eine wichtige Rolle im Kampf gegen den Klimawandel spielt. Es macht einen großen Unterschied, ob unser Geld Kohlekraftwerke finanziert oder eingesetzt wird, um erneuerbare Energien zu fördern.

Ich wünsche mir, dass auch unsere Ärzteversorgung unser Rentenbeiträge so anlegt, dass es dem Klima nicht schadet. Deswegen setze ich mich ein für „Mehr Geld für weniger Grad!“

Orthopädin, H4F Dresden

Der Gesundheitssektor in Deutschland trägt mit 6,7 % zum CO2-Ausstoß bei. Das wollen wir ändern! Wir wollen das Bewusstsein für die Klimakrise bei den niedergelassenen Kolleg:innen stärken und mit einer einfachen Anleitung die Reduktion des jeweils eigenen Beitrags unterstützen.

Dafür erarbeiten wir in unserer „Initiative Nachhaltige Praxis“ geeignete Hilfsmittel: einen CO2-Rechner für Arztpraxen in Kooperation mit Wilderness International, einen Flyer mit zugehöriger Checkliste über Tipps zur Emissionsreduktion in Arztpraxen und ein Netzwerk mit engagierten Arztpraxen in unserer Region. In Zukunft wollen wir uns näher mit den Themen beschäftigen, die das Potential der ambulant tätigen Ärzt:innen als Multiplikatoren fokussieren, z.B. die Klimasprechstunde oder Fortbildungen.

POLITIK

Medizinstudentin, H4F Aachen

Das Thermometer zeigt 35 Grad am bislang heißesten Tag des Jahres, als Health for Future Aachen zu ihrer Hitze-Demo „Our City is On Fire“ aufruft. Insgesamt über 700 Menschen haben sich am 31. Juli 2020 vor dem Elisenbrunnen versammelt. Stimmen aus der Pflege und dem Rettungsdienst sprechen gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie vielzähligen lokalen Klimagruppierungen auf der Bühne; es geht um die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise, allen voran die brennende Hitze.

Dr. Eckart von Hirschhausen moderiert zwei ganz besondere Programmpunkte: ein Sketch mit fiebernder Mutter Erde in meiner Hausarztpraxis, der ich den Hitzschlag diagnostiziere und Rehabilitation nach dem Pariser Klimaabkommen empfehle. Und eine öffentlichkeitswirksame Ice-Bucket-Challenge, um die Hitze auch auf den Pressefotos zu symbolisieren. 

Die Demo war ein voller Erfolg, die Verbindung zwischen den lokalen Klimabewegungen gestärkt und Health for Future Aachen hat sich einen Namen gemacht. Ich bin stolz auf unsere Zusammenarbeit und unseren Beitrag zu einem gesunden Planeten!

Medizinstudentin, H4F Mannheim

Das Superwahljahr 2021 wird entscheidend sein, wie es mit der Klimapolitik in Deutschland und auch in Europa weitergeht. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, müssen jetzt wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2021 bildete den Auftakt in das Superwahljahr. Wir von Health for Future Mannheim haben neben Mahnwachen, Infoständen und Pressearbeit auch Kontakt zu den Landtagswahlkandidat:innen der Wahlkreise Mannheim Nord und Süd aufgenommen. Wir führten Gespräche mit Ihnen über Ihre Ziele in der Klimapolitik und den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und unserer Gesundheit. Außerdem haben wir Ihnen Wahlprüfsteine geschickt, deren Antworten wir in den letzten 10 Tagen vor der Wahl täglich auf unserem Instagram-Kanal veröffentlicht haben. Wahlprüfsteine sind eine exzellente Möglichkeit, die Standpunkte verschiedener Parteien zu spezifischen Themen zu erfragen und zu vergleichen. Als Themen eignen sich Luftverschmutzung, Hitze und Infektionskrankheiten, aber auch die Weiterbildung im Gesundheitssektor, die Aufklärung der Bevölkerung sowie die Reduktion des Fußabdrucks im Gesundheitswesen.

Physiotherapeutin, H4F Hamburg

Nachdem ich im H4F Skills Lab gelernt habe, dass Politiker:innen offen sind für Bürgergespräche, und gleichzeitig erlebe, wie viele Menschen genauso über die Klimakrise denken wie ich, habe ich entschieden, Politiker:innen direkt anzusprechen.
 Ziel ist es, mit möglichst allen Direktkandidat:innen zu sprechen, so dass diese sich den Sorgen und Forderungen der Health For Future Bewegung stellen müssen. Ich habe zunächst bei den zwei Direktkandidat:innen der Regierungsparteien in meinem Wahlkreis per E-Mail einen Termin für ein Gespräch zum Thema Klimaschutz und Gesundheit angefragt. Anschließend habe ich Mitstreiter:innen für die Gespräche gesucht.

Hilfreiche Infos zur Gesprächsvorbereitung gibt es im Netzwerk von H4F. Ich versuche die Gespräche positiv, respektvoll und konstruktiv auf die Zukunft auszurichten. Auch wenn es zum Teil frustrierend sein kann, gegen parteipolitische Dogmen und redegewandte Politiker:innen zu argumentieren, denke ich, dass wir mit jedem weiteren Gespräch die Relevanz des Themas deutlicher machen und dem Ziel für mehr Klimaschutz ein Stück näher kommen. Gerade im Wahljahr wie 2021 sind Politiker:innen besonders sensibel für gesellschaftliche Strömungen und Forderungen. Jedes Gespräch zählt und je mehr es werden, desto besser. Mit einem Politiker bin ich weiterhin in Kontakt und auch weitere Politiker:innen möchte ich anfragen.

BILDUNG

Altenpfleger, H4F Kiel und AG Pflege

Als Mitglied der AG Pflege befasse ich mich hauptsächlich mit der pflegerischen Sichtweise auf die Klimakrise und stehe im direkten Austausch mit engagierten Berufskolleg:innen aus verschiedenen Bereichen der Pflege. Dabei beschäftigt mich als Altenpfleger vor allem der Schutz von besonders gefährdeten Menschen gegenüber den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels, wie z.B. Hitze. 

Durch die Organisation von Informationsveranstaltungen setzen wir uns für eine nachhaltige Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Auswirkungen der Klimakrise und der Verantwortung der pflegerischen Profession ein und fordern die Berücksichtigung in Aus- und Fortbildung. Dabei möchten wir die Vernetzung zwischen professionell Pflegenden fördern und zusammen mit Health for Future über die gesundheitlichen Gefahren des Klimawandels in unserer Berufsgruppe informieren und Beispiele einer klimagerechten pflegerischen Versorgung aufzeigen. 

Als Vertreter:innen der größten Berufsgruppe im Gesundheitsbereich fordern wir die Transformation des Gesundheitswesens, hin zu einem System, dass verantwortungsbewusst, resilient und sozial gerecht agiert.

H4F München, B. Sc. Angewandte Gesundheitswissenschaften, M.Sc. Public Health

Durch die zunehmende Überschreitung der planetaren Grenzen durch den Menschen drohen diese in den nächsten Jahrzehnten zu einem bestimmenden Faktor für den „Global Burden of Disease“ zu werden. Um den Herausforderungen adäquat begegnen zu können, werden in den nächsten Jahren Absolvent:innen den gesundheitsrelevanten Studiengängen wie Public Health, Medizin etc. in diversen Institutionen mit fundierten Kenntnissen gebraucht. 

Mein Beitrag zur Umsetzung begann vor 3 Jahren. Ich lernte einige Menschen von HF4 München kennen und wurde durch die Arbeitsgruppe „Lehre“ inspiriert, auch an der LMU München einen Anstoß zu geben. Mein Vorschlag, das Thema Planetary Health mehr in die Lehre zu verankern, wurde positiv aufgenommen und ich begann im Rahmen einer HiWi-Stelle ein Wahlfach zu organisieren, welches nun bereits im dritten Semester angeboten wird und von insgesamt 4 Fakultäten als Wahlfach anerkannt ist. Damit in Zukunft viele weitere Unis das Thema mit ins Curriculum aufnehmen können und das Thema als hochwertiger Online-Kurs weiter ausgebaut werden kann, haben wir nun einen VHB-Kurs-Antrag (Virtuelle Hochschule Bayerns) erstellt.

Medizinstudent im Praktischen Jahr, H4F Hamburg

Unser Podcast-Team ist angetrieben durch das Wissen um die Folgen der Klimakrise, gepaart mit der Chance, durch Veränderung eine nachhaltige, gesündere Zukunft zu ermöglichen. Wir haben es uns zum Ziel gemacht, diese Motivation möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. 

Die Aufarbeitung von Fachinformationen zum Thema Erderhitzung und Gesundheit findet mit Klimavisite einen Weg in die Podcast-Welt, in der wir Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft niederschwellig erreichen können.

Ich bin überzeugt, dass Wissen und Verständnis das Fundament bilden, um Transformationen in der Gesellschaft mitzutragen und mitzugestalten – und, dass wir stärker sind, umso mehr Menschen auf diesem Fundament stehen.Das Ziel ist damit klar: Durch Kommunikation dieses Fundament weiter ausbauen und gleichzeitig den vielen Health for Future-Projekten noch mehr Gehör verschaffen.